Inhalt
Depression – was ist das?
Depression ist mehr als eine "normale" Verstimmung. Sie muss ernst genommen werden, es gibt aber gute Möglichkeiten der Behandlung.
Foto: pixelquelle.de
Wir alle kennen Tage, an denen wir "nicht gut drauf" sind oder uns traurig und niedergeschlagen fühlen. Solche Verstimmungen können nach unangenehmen Erlebnissen am Arbeitsplatz oder in der Partnerschaft, nach Misserfolgen und Verlusten, aber auch ohne erkennbaren Grund auftreten. Wenn wir körperlich in schlechter Verfassung oder unausgeschlafen sind, neigen wir eher dazu, uns "deprimiert" zu fühlen. Diese unangenehmen Empfindungen gehören zum Leben dazu und verschwinden meist von selbst wieder. Das ist ein ganz normaler Prozess.
Die Depression unterscheidet sich von der "normalen" Verstimmung oder Traurigkeit dadurch, dass neben der Niedergeschlagenheit noch weitere Beschwerden vorliegen, die intensiver ausgeprägt sind, länger andauern (mindestens 2 Wochen ununterbrochen am Stück) und zu einer viel stärkeren Beeinträchtigung im Alltag führen. Bei der Depression kommt es zu tief greifenden Veränderungen des Fühlens, Denkens und Verhaltens.
Stoffwechselstörung im Gehirn
Zur Entstehung einer Depression tragen verschiedene Faktoren bei. Eine wichtige Rolle spielt der Stoffwechsel im Gehirn: so genannte Neurotransmitter, die Informationen von einer Nervenzelle auf die nächste übertragen, sind für die normale Tätigkeit des Gehirns von großer Bedeutung. Ein solcher Botenstoff ist das Serotonin. Bei einer Depression besteht ein Mangel an Serotonin – Depressionen sind also u. a. auf ein "organisches Ungleichgewicht". zurückzuführen.
Eine Zunahme des Botenstoffs Serotonin und damit die Herstellung des natürlichen Gleichgewichts zwischen diesem und anderen Neurotransmittern ist durch eine Therapie mit entsprechenden Medikamenten möglich. Es ist beruhigend zu wissen, dass sich Depressionen heute sehr gut behandeln lassen.
[Entstehung einer Depression] [Neurotransmitter: Botenstoffe im Gehirn]Volkskrankheit Depression
Die Depression ist eine so häufige Erkrankung, dass in fast jeder Familie eine Person davon betroffen ist. Da die Depression immer noch mit einem Tabu belegt und oft von außen nicht erkennbar ist, erfahren wir häufig nichts davon. Die Krankheit betrifft Menschen jeden Alters, jeder Gesellschaftsschicht, jeder Kultur und jeder Nationalität.
In Deutschland erkranken etwa 20 Prozent der Menschen mindestens einmal im Laufe ihres Lebens an einer Depression. Experten schätzen, dass derzeit etwa 5 Prozent der Bevölkerung an einer behandlungsbedürftigen Depression leiden. Die Krankheit tritt am häufigsten im jungen Erwachsenen- und im mittleren Lebensalter auf. Frauen sind öfter betroffen als Männer.
Quellen:
Berger M et al.: Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2000