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Entstehung der Depression: Mehrere Faktoren spielen zusammen

Bei der Entstehung einer Depression spielen verschiedene Faktoren zusammen. Neben der Veranlagung sind dies z. B. gewisse Persönlichkeitsmerkmale, biochemische Faktoren und einschneidende belastende Ereignisse.

Verschiedene Ursachen – ähnliche Veränderungen

Illustration: Verschiedene Faktoren sind an der Entstehung einer Depression beteiligt

Viele Faktoren tragen zur Entstehung einer Depression bei, seien es Stresssituationen, Vererbung, andere Erkrankungen oder psychische Faktoren. Solche Faktoren beeinflussen das komplizierte Nerven-Netzwerk und den Stoffwechsel im Gehirn. Eine Störung kann sich dann als Depression bemerkbar machen.

Ein Beispiel: Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann eine Depression auslösen, die sich in nichts von einer Depression anderer Ursache unterscheidet.

Liegt die Depression "in der Familie"?

Oft scheint eine ererbte Komponente vorzuliegen. Menschen mit nahen Verwandten, die zur Depression neigen, erkranken häufiger. Weist beispielsweise einer von zwei eineiigen Zwillingen eine Depression auf, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass der andere Zwilling ebenfalls eine Depression entwickelt, etwa 70 Prozent.

Bei Kindern, Eltern und Geschwistern (einschließlich zweieiiger Zwillinge) eines depressiven Patienten liegt das Depressionsrisiko bei etwa 15 Prozent. Menschen ohne nahe Verwandte mit Depression weisen dagegen ein Risiko von nur 2 bis 3 Prozent auf. Bis zu einem gewissen Grad können also depressive Erkrankungen tatsächlich "in der Familie liegen".

Biochemische Faktoren

Viele Experten sind sich heute einig, dass depressive Erkrankungen durch ein Ungleichgewicht oder eine Störung in der Konzentration bestimmter Botenstoffe, so genannter Neurotransmitter, im Gehirn bedingt sein könnten, insbesondere des Botenstoffs Serotonin. Mit diesem Wissen gelang es der Forschung, Medikamente zu entwickeln, die die Konzentrationen der Neurotransmitter beeinflussen und die sich in der Behandlung von Depressionen als wirksam erwiesen haben.

Weitere Faktoren

  • Andere Erkrankungen können eine Depression auslösen. [weiter...]
  • Stresssituationen und Belastungen wie Konflikte am Arbeitsplatz oder in der Familie, Krankheit, Trennungen, der Verlust einer wichtigen Bezugsperson oder Überforderung können zur Entwicklung einer Depression beitragen.
  • Alkohol und Medikamente: Mit übermäßigem Alkoholkonsum kann ein Mensch versuchen, depressive Symptome zu verschleiern. Andererseits sind Wissenschaftler der Ansicht, dass Alkoholmissbrauch bei anfälligen Personen zu einer Depression führen kann. Übermäßiger Alkoholkonsum in Verbindung mit Medikamenten kann die Depression verstärken.
  • Bestimmte Persönlichkeitsfaktoren können die Anfälligkeit für eine Depression erhöhen. So haben viele Menschen mit depressiven Erkrankungen in ihren gesunden Phasen einen ausgeprägten Hang zum Perfektionismus und zur Selbstkritik.
  • Geschlecht und Alter: Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer, der Erkrankung beginnt häufig zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.
  • Wochenbett: Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht 6 Monate nach der Geburt. [weiter...]