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Tipps für Wiedereinsteiger: Zurück in den Job nach einer Depression

Hat sich die Depression nach erfolgreicher Behandlung wieder zurückgezogen, heißt es: sich fit machen für den Alltag.

Foto: Mehrere Personen deuten auf einen Bauplan

Viele Menschen, die eine Depression überstanden haben, finden schnell wieder zurück in ihren Beruf oder in ihre Tätigkeit zu Hause. Für manche jedoch beginnt jetzt eine schwierige Zeit. Denn häufig waren es Schwierigkeiten in der Arbeit, mit denen sich die Depression zuerst zu erkennen gab und viele Betroffene schließen daraus, dass die Arbeit die Ursache der Depression sei.

Doch ist es meist umgekehrt: Die typischen Beschwerden der Depression wie Mangel an Energie, niedergedrückte Stimmung und Konzentrationsschwäche führen erst zu den Problemen in der Arbeit oder im Haushalt.

Der Wiedereinstieg in den Job gestaltet sich oft schwierig, weil die Arbeit für viele Betroffene eine große Belastung und viel Stress darstellt. Daher ist es so wichtig, die kritische Phase der ersten Schritte in die Arbeit gemeinsam mit dem behandelnden Arzt sorgfältig zu planen und zu gestalten.

Der Wiedereinstieg

  • Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie sich den Einstieg vorstellen können; Ihr Arzt hat Erfahrung, wie Sie es am besten anstellen.
  • Versuchen Sie (oder Ihr Arzt) mit Ihrem Arbeitgeber einen stufenweisen Wiedereinstieg in den Beruf zu vereinbaren. Fangen Sie beispielsweise in der ersten Woche mit zwei Arbeitsstunden pro Tag an und steigern Sie dann Ihre Arbeitszeit langsam, bis Sie vielleicht nach vier oder sechs Wochen Ihre volle Arbeitszeit erreicht haben.
  • Überlegen Sie sich vorher, was Sie auf Fragen Ihrer Arbeitskollegen oder Ihres Chefs antworten werden, je nachdem, ob sie über Ihre Erkrankung Bescheid wissen oder nicht.

In der Arbeit

  • Überfordern Sie sich nicht und lassen Sie sich nicht überfordern. In der ersten Zeit nach der Überwindung der Depression sind Sie in Ihrem Beruf häufig noch nicht ganz leistungsfähig und voll belastbar. Stress kann in dieser empfindlichen Zeit eine Verschlechterung Ihres Befindens auslösen.
  • Arbeit ist ein Lernprozess: Fragen Sie nach Hilfe, wenn Sie sie benötigen und nehmen Sie diese auch an.
  • Gibt es Situationen oder Aufgaben in Ihrer Arbeit, die Sie als Belastung empfinden, mit denen Sie nicht zurechtkommen oder die als Auslöser Ihrer Erkrankung in Frage kommen? Notieren Sie sich diese und schreiben Sie auf, wie Sie sie meistern könnten. Wenn Sie in einer belastenden Situation stecken, kann es helfen, eine Person Ihres Vertrauens anzurufen und sich mitzuteilen. Oder sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber darüber!
  • Nehmen Sie sich Ihre Auszeiten! Auch wenn Sie meinen, keine Pause zu benötigen. Entspannen Sie sich, lehnen Sie sich zurück oder hören Sie sich eine CD an. Jeder braucht einmal eine Pause.

Und was noch?

  • Versuchen Sie Kraft zu sammeln, indem Sie genug schlafen, gesund essen und sich möglichst jeden Tag bewegen oder Sport treiben.
  • Wichtig: Nehmen Sie die Medikamente, die Ihr Arzt Ihnen verschrieben hat, gewissenhaft ein – auch wenn Sie sich gar nicht schlecht fühlen. Medikamente bilden nach einer durchgemachten Depression die Grundlage, auf die Sie aufbauen können. Lassen Sie sich z. B. durch Ihren Computer an die Medikamenteneinnahme erinnern. Falls Sie nicht möchten, dass Ihre Arbeitskollegen sehen, welche Medikamente Sie einnehmen, können Sie sie in eine Packung für Vitamine einfüllen.