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Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt - die manisch-depressive Krankheit
Höhen und Tiefen im Leben: Das kennt wahrscheinlich jeder. Doch wenn die Stimmung extrem und anhaltend schwankt, kann eine seelische Erkrankung dahinter stecken.
Sich über einen beruflichen Erfolg zu freuen, wieder einmal verliebt zu sein, einen Sechser im Lotto gezogen zu haben, aber auch einen geliebten Menschen verloren zu haben oder auf den Freund wütend zu sein: Gefühle und Stimmungen, die ein Teil des Lebens sind. Selbst wenn es einem wirklich schlecht geht, muss das noch längst keine Erkrankung sein.
Depression und Manie - zwei entgegengesetzte Pole
Hat die Depression zugeschlagen, reicht die Leere und Verzweiflung jedoch noch tiefer. Betroffene können sich weder richtig freuen noch ärgern, sie sind wie gelähmt, selbst die einfachsten Dinge des Lebens fallen schwer. Wenig geht noch, weder im Haushalt, noch im Beruf oder Freundeskreis.
Bei einigen Menschen kann eine Erkrankung in Erscheinung treten, die sich durch eine zur Depression entgegengesetzte Stimmungslage auszeichnet. Bei der so genannten Manie sind Betroffene oft ohne Grund überdreht und fröhlich, sie reden wie ein Wasserfall, sind manchmal auch sehr mürrisch. Auf einmal ist ein Mensch unheimlich aktiv, er braucht viel weniger Schlaf.
Durch Selbstüberschätzung und maßlosen Optimismus, der sich bis zu Größenwahn steigern kann, verliert er den Bezug zur Realität. Dabei brechen häufig soziale Hemmschwellen zusammen. Der Kopf quillt vor Ideen so über, dass Betroffene gar nicht mehr wissen, wohin damit. Vor lauter unbändiger Aktivität kommen Menschen mit Manie mit ihrem Alltag immer schlechter zurecht.
Eine manische Phase ...
Frau S. hat sich in den letzten Wochen ziemlich verändert, ihr Ehemann ist verzweifelt. Sie kaufte sich ein neues Auto und Schmuck im Wert von 60.000 Euro und fing an, mit anderen Männern zu verkehren. Sie sagt, sie sei schon immer großzügig gewesen, könne aber von ihrer Bank problemlos einen weiteren Kredit erhalten. Ihr neuester Plan: Mit 70 "Riesen", möchte sie ein Etablissement eröffnen. Sie behauptet, sie sei eine wichtige Person mit viel Macht. Warum solle sie sich ärztlich behandeln lassen?
Die manisch-depressive Krankheit
Häufig kennen Menschen, die an einer Depression erkranken, auch diese andere Seite der Medaille: Sie leiden an einer seelischen Erkrankung, die früher als manisch-depressive Krankheit bezeichnet wurde. Heute sprechen Ärzte lieber von der "bipolaren"(= zwei entgegengesetzte Pole betreffende) "affektiven" (= auf der Gefühlsebene liegenden) "Störung" (= Erkrankung). Bei Betroffenen kommt es bei dieser Krankheit zu Phasen, bei denen z. B. eine Depression, dann wieder zu Phasen, bei denen eine Manie vorherrscht - oder umgekehrt. Dass nur manische Episoden auftreten, ist vergleichsweise selten.
Behandlung: beide Pole im Visier
Bei der Behandlung zielen Ärzte zum einen darauf ab, die einzelnen Phasen der Erkrankung zu behandeln und den Betroffenen auf sein gewohntes Stimmungs- und Leistungsniveau zu bringen. Zum anderen gilt es, Krankheitsepisoden zu verhindern oder zumindest die Depression oder Manie so abzumildern, dass der Betroffene nicht vollständig aus seinem Alltag herausgerissen wird.
Um eine Depression oder Manie zu behandeln, hat der Arzt verschiedene Möglichkeiten. Meist ist die Gabe von Medikamenten erforderlich, die bei der Depression als Antidepressiva bezeichnet werden und zu denen die so genannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer zählen. Eine Manie bekommt der Arzt in der Regel mit anderen Medikamenten in den Griff, z. B. mit Lithium und so genannten Neuroleptika. Aufklärung, Gespräche und andere Maßnahmen tragen zur Heilung bei.
Damit die Erkrankung nicht wieder auftritt
Menschen mit Depression oder Manie wissen meist, wie furchtbar es ist, wenn die Erkrankung wieder ausbricht. Doch die Medizin kann auch in diesem Fall helfen. So kann die Einnahme von Medikamenten gegen die Depression, auch über das Abklingen der Krankheitsphase hinaus, einen Rückfall verhindern.
Schließlich verschreibt der Arzt Medikamente, die ein extremes Ausbrechen der Stimmungslage in die eine oder andere Richtung verhindern sollen. Das bekannteste Medikament dieser Gruppe ist Lithium. Es wirkt einerseits gegen die Manie, kann aber auch unterstützend bei Depressionen wirken und wird vor allem zur Rückfallverhütung eingesetzt.
Weitere Informationen zur bipolaren Erkrankung und ihre Behandlung finden Sie auf im Internetangebot
www.bipolar-online.de der Pfizer Pharma GmbH.