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Die medikamentöse Behandlung der Depression

Da sich eine Depression in den meisten Fällen über einen längeren Zeitraum entwickelt hat, benötigt auch die Behandlung Zeit. Als Patient müssen Sie also etwas Geduld aufbringen, denn eine vollständige Genesung innerhalb weniger Tage gibt es in der Regel nicht.

Was bewirken Medikamente gegen die Depression?

Antidepressiva wirken auf den Stoffwechsel im Gehirn. Sie normalisieren die Menge der Botenstoffe, die bei Depressionen im Mangelzustand sind. Dadurch kommt es zu einer raschen Rückbildung der Beschwerden. Schlägt Ihr Arzt Ihnen eine medikamentöse Therapie vor, ist das stützende ärztliche Gespräch dennoch wichtig. Eine Psychotherapie sollte bei einer schweren Depression jedoch erst dann beginnen, wenn es der seelische Zustand zulässt.

Mit einem Antidepressivum bessern sich die Symptome der Erkrankung bei etwa zwei Drittel der Patienten mit schwereren Formen einer Depression. Mit einem "Scheinmedikament" (Plazebo), das keinen Wirkstoff gegen die Depression enthält, kommt es dagegen bei zwei Dritteln der Patienten zu keiner Besserung der Beschwerden.

Die drei Phasen einer Behandlung

Die Behandlung einer Depression gliedert sich im Allgemeinen in drei Phasen:

  • Akutbehandlung: Diese Phase erstreckt sich vom Beginn der Behandlung bis zu dem Zeitpunkt, zu dem keine Symptome der Depression mehr vorhanden sind. [weiter...]
  • Erhaltungstherapie: Die Behandlung wird über etwa 4 - 6 Monate fortgeführt, damit die bestehende Krankheitsepisode nicht wieder aufflammt. [weiter...]
  • Rezidivprophylaxe: Nun soll verhindert werden, dass die Depression später erneut auftritt. [weiter...]

Wie wird die Depression mit Medikamenten behandelt?

Ihr Arzt entscheidet je nach Ursache und Ausprägung der Symptome, Ihrer Lebenssituation und aufgrund seiner Erfahrung, welches Antidepressivum für Sie am sinnvollsten ist. Dabei stehen heute neben älteren Medikamenten wie trizyklischen Antidepressiva oder Monoamin-Oxidase-Hemmern (MAO-Hemmer) auch neuere Antidepressiva wie die so genannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) zur Verfügung.

Antidepressiva machen nicht abhängig, auch nicht nach jahrelanger Einnahme. Sie sind keine Aufputschmittel, die vorhandene Probleme zudecken, sondern sie normalisieren den Stoffwechsel im Gehirn und führen zu einem Rückgang der Depression mit all ihren Symptomen.

Zeigt sich in den ersten Behandlungswochen keine ausreichende Wirkung, erhöht der Arzt die Dosis. Bei einigen Patienten verbessern geringe Mengen eines Medikaments die Erkrankung, andere benötigen mehr.

Quellen:
Berger M et al.: Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2000.
Möller H-J et al. Therapie psychiatrischer Erkrankungen. 2. Auflage, Thieme, Stuttgart 2000.