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Erfahrungsberichte

Herr G., 43 Jahre alt:

"Depression begleitet mein Leben"

Schwarz-Weiß-Foto des Gesichts eines jungen, unrasierten Mannes mit starrem Blick

"Auch wenn es mir schwer fällt zu sagen: Ja, ich habe eine Depression. Es hat mich einige Zeit gekostet, diese Tatsache anzunehmen und mein Leben so zu gestalten, dass ich mit der Erkrankung gut umgehen kann.

Angefangen hat es vor etwa 15 Jahren, als ich mich auf eine Prüfung vorbereiten musste. Ich hatte zunehmend Schwierigkeiten, mich auf den Stoff zu konzentrieren. Meine damalige Freundin bemerkte, dass ich immer mürrischer wurde, ganz entgegen meiner Gewohnheit nicht mehr ausgehen wollte und meinen Freundeskreis total vernachlässigte. Mit Sex ging überhaupt nichts mehr.

Glücklicherweise geriet ich über einen guten Freund an eine verständnisvolle Ärztin, die schnell erkannte, dass ich an einer Depression litt. Medikamente und eine kurze Psychotherapie in Form von Gesprächen holten mich bald wieder aus dem Tief. Ich dachte: Das war's, der Spuk hat ein Ende!

Die Erkrankung kam wieder

Nachdem ich die Prüfung mit Erfolg bestanden hatte, ging es mir eine Zeit lang gut. Doch nach etwa einem halben Jahr bemerkte ich ähnliche Veränderungen wie ich sie bereits kannte; es ging wieder bergab mit der Stimmung, mit meinem Spaß am Leben. Meine Freundin hielt die Situation nicht aus und verließ mich.

Da ich schnell erkannte, was mit mir los war, wandte ich mich erneut an die Ärztin, die mir bereits beim ersten Mal geholfen hatte. Wieder schaffte ich es, das Tief zu überwinden. Dieses Mal nahm ich mein Medikament ein ganzes Jahr weiter, bevor ich es in Absprache mit der Ärztin wieder absetzen konnte.

Drei Jahre später - ich stand mitten im Berufsleben - traf mich die Depression zum dritten Mal. Im Gegensatz zu den ersten beiden Malen, war diese Phase so schwer, dass ich eine psychiatrische Klinik aufsuchen musste. Ich war einfach nicht mehr in der Lage, meinen Beruf auszuüben und meinen Alltag zu bewältigen. Allerdings kam ich wieder relativ schnell aus der Depression heraus. Nach ungefähr drei Monaten war ich wieder voll einsatzfähig.

Mein Leben mit der Depression

Inzwischen habe ich mich mit meiner Erkrankung arrangiert: Andere leiden an Diabetes oder Asthma; bei mir ist es eben die Depression. Genauso wie andere mit ihrer Erkrankung leben müssen, muss ich es mit meiner. Und genauso wie andere chronische Krankheiten, kann man heutzutage auch die Depression gut behandeln und in den Griff bekommen.

Heute weiß ich, dass es zur Verhütung eines Rückfalls angebracht sein kann, ein Medikament gegen Depression über einen längeren Zeitraum einzunehmen, selbst wenn man keine Beschwerden hat. Zudem gibt es Medikamente, deren Aufgabe es vor allem ist, Erkrankungsrückfälle zu verhindern. Wichtig als kompetenter Ansprechpartner ist ein verständnisvoller Arzt, der sich mit speziell mit der Behandlung der Depression auskennt.

Übrigens: Familie, Freunde und einige Angehörige wissen über meine Erkrankung Bescheid. So bin ich sicher, mich im Falle eines Falles auf sie verlassen zu können. Dieser Rückhalt ist für mich enorm wichtig."

Foto: pixelquelle.de