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Erfahrungsberichte

Frau M., 51 Jahre alt

"Keinen Moment ohne Schmerzen."

Schwarz-Weiß-Foto der Silhouette einer etwa 50-jährigen Frau vor dem Meer.

"Eines Tages ließen sie mich nicht mehr los: Magenschmerzen. Erst spürte ich sie kaum, dann immer stärker, genau in der Mitte des Oberbauchs. Ich fragte mich, ob ich etwas falsch gegessen hatte: Vielleicht waren es die Paprika, oder vielleicht doch der saure Apfelsaft? Ich probierte herum, ließ mache Nahrungsmittel weg, ohne Erfolg. Die Schmerzen bohrten immer heftiger in mir.

Nach einigen Monaten wandte ich mich an meinen Hausarzt. Die Blutwerte waren in Ordnung, er mutmaßte eine Magenschleimhautentzündung. Er verschrieb mir Beutel mit einer Flüssigkeit, die die Magensäure neutralisieren sollten. Erfolg: zunächst schon, nach kurzer Zeit aber wieder Fehlanzeige. Zwei Monate später empfahl er mir dann eine Magenspiegelung, sicher sei sicher.

Ratlose Ärzte

Aber bei der Untersuchung durch den Facharzt mit Magenspiegelung fand sich nichts Besonderes. Keine Magenschleimhautentzündung, kein Geschwür, nichts. Also blieb ich wieder auf mich alleine gestellt.

Es gab Tage, da schmerzte mein Magen mehr, an anderen weniger. Tage ohne Schmerzen gab es so gut wie nie. Langsam hatte ich das Gefühl, die Schmerzen machten mich wahnsinnig. Meine Familie, meine Mitmenschen begannen zu zweifeln, ich schließlich auch. In der Zwischenzeit hatte ich den fünften Facharzt konsultiert und eine vierte Magenspiegelung über mich ergehen lassen, von den vielen Blutabnahmen, EKG und sonstigen Arztbesuchen ganz zu schweigen. Selbst stärkste Magensäureblocker blieben wirkungslos. Nur wenn sie mir mit Tabletten die Angst vor der Magenspiegelung nahmen, fühlte ich mich kurzfristig ein bisschen erleichtert.

Eine Idee, die sich bestätigt

Als ich schließlich zur Abklärung meiner Schmerzen in eine Klinik aufgenommen wurde, hatte ein Arzt einen Einfall, der mein Leben verändern und mein Leiden beenden würde: Wenn nun weder der Oberbauch noch der Magen etwas mit den Schmerzen zu tun haben? Er fragte unter anderem, wie ich schlafen würde, ob ich mich z. B. beim Lesen der Zeitung konzentrieren könnte, ob ich leicht mürrisch würde und mich bei den geringsten Anlässen aufregte. Aber: Nein, deprimiert, niedergeschlagen oder depressiv fühlte ich mich nicht. Als der Arzt mich dann mit der möglichen Diagnose einer "Depression ohne Depression" konfrontierte, die er auch als "larvierte Depression" bezeichnete, fiel ich aus allen Wolken. Ich und Depression? Nicht möglich!

Ein halbes Jahr später sehe ich die damalige Zeit anders. Der Arzt überzeugte mich, dass Magenschmerzen oder andere körperliche Beschwerden wie Verstopfung oder Schmerzen manchmal bei einer Depression ganz im Vordergrund stehen könnten. Ich ließ mich daher auf eine Behandlung ein."

Foto: pixelquelle.de