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Erfahrungsberichte
Frau K., 80 Jahre alt
"Ich kann nicht mehr. Niemand zahlt mir den Heimaufenthalt."
"Als mein Mann vor fünf Jahren starb, brauchte ich einige Zeit, um wieder Tritt zu fassen. Obwohl das Zusammenleben mit ihm keine Freude war, hatten wir uns doch über die Jahrzehnte aneinander gewöhnt. Aber schließlich ging das Leben weiter. Ich unternahm Busausflüge, besuchte meine alten Damen und ging regelmäßig in die Kirche. Etwa vor drei Jahren entschloss ich mich, in ein Heim zu ziehen. Die Pension meines Mannes reichte dafür gut aus.
Dann änderte sich etwas, das ich zunächst nicht begriff. Eine bleierne Müdigkeit legte sich über meinen Körper, dennoch hatte ich vor lauter Unruhe Schwierigkeiten einzuschlafen. Ich hatte keine Kraft zu kochen, was ich sonst immer gern getan hatte, auch für mich allein. Mit der Zeit wurde ich dünner und dünner, ich hatte einfach keinen Appetit mehr.
Ich war mir sicher verarmt zu sein
Ich begann stundenlang in der Küche zu sitzen, vor mich hin zu starren, unfähig einzukaufen oder zu meinem Kaffeekränzchen zu gehen. Schließlich ging mir die Vorstellung nicht mehr aus dem Kopf, dass ich arm war und mir das Heim nicht leisten konnte. Ich war ganz und gar davon überzeugt, obwohl mein Sohn mir immer wieder sagte, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauchte. Ich möchte es kaum sagen: Noch vor einem halben Jahr wollte ich mich in den Fluss stürzen, um für immer von dieser Welt Abschied zu nehmen.
Mein Sohn brachte mich zum Hausarzt, der mich von oben bis unten untersuchte. Er fahndete nach einer Krebserkrankung, nach einer Herzmuskelschwäche, nach einer Überfunktion der Schilddrüse, fand aber nichts Auffälliges. Ich war scheinbar gesund. Doch allein die Arztbesuche fielen mir unendlich schwer. Immer wieder vergaß ich einen Termin. Einmal dort, konnte ich mich kaum auf das Gespräch mit dem Arzt konzentrieren, geschweige denn auf die Zeitung im Wartezimmer.
Rettende Vermutung
Schließlich machte mein Sohn einen Termin beim Nervenarzt aus. Er hatte nämlich gelesen, dass eine Depression im Alter gar keine Seltenheit ist. Ich glaube heute, dass seine Vermutung mein Leben gerettet hat. Der Nervenarzt bestätigte
seine Ahnung und begann sofort mit der Behandlung.
Danach lag noch ein langer Weg vor mir, der mit einem Krankenhausaufenthalt über fast ein halbes Jahr und vielen Höhen
und Tiefen verbunden war. Doch es hat sich gelohnt."
Foto: pixelquelle.de