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Erfahrungsberichte
Frau B., 56 Jahre alt
"Meine zweite Krankheitsphase"
"Bis vor etwa drei Monaten war ich eigentlich immer guter Dinge und optimistisch. Ich bin eine allein stehende Verkäuferin und muss immer früh aus dem Bett, um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen - was mir aber keine Probleme bereitet.
Doch seit etwa drei Monaten fühle ich mich zunehmend weniger wohl in meiner Haut. Meine Kolleginnen bemerkten, dass ich immer stiller wurde und nicht mehr richtig lachen konnte. Ich fühlte mich tatsächlich eigenartig niedergedrückt, wie erschlagen.
Vor allem aber war ich meines Lebens überdrüssig geworden. Ich war überzeugt, meinen Lebensunterhalt nicht mehr selbst verdienen zu können, hatte Angst vor einer Erkrankung und blickte voller Sorgen in die Zukunft. Ja, sogar mit dem Gedanken, meinem Leben ein Ende zu setzen, habe ich gespielt.
Ein guter Freund
Einem guten Freund habe ich es schließlich zu verdanken, dass ich mich nicht vor den Zug geworfen habe. Er begleitete mich zu einem Psychiater, der mir nach einer eingehenden Untersuchung eröffnete, dass ich an einer Depression leide. Das war natürlich zuerst ein Schock, doch er gab mir die Hoffnung – zu Recht, wie sich herausstellte –, dass ich wieder ein normaler Mensch werden könne.
Nicht das erste Mal
Im Nachhinein muss ich sagen, dass es sich jetzt wohl nicht um meine erste Phase einer Depression handelte. Schon vor etwa drei bis vier Jahren ging es mir ähnlich. Auch damals fühlte ich mich über längere Zeit niedergeschlagen und kraftlos. Ich wurde von meinem Hausarzt krankgeschrieben, da ich nicht mehr in der Lage war zu arbeiten. Allerdings suchte ich keinen Nervenarzt oder Psychiater auf und vertraute mich niemandem an. Keiner konnte mir sagen, warum ich nicht auf die Beine kam.
Es dauerte dann mehr als ein halbes Jahr, bis ich allmählich aus dem Tief herauskam und wieder die Alte wurde, lebensfroh und optimistisch.
Auf die Behandlung kommt es an
Im Vergleich zu der Zeit vor vier Jahren hat sich die Depression dieses Mal wesentlich schneller zurückgebildet. Der Psychiater gab mir ein Medikament, das gut und rasch gegen die Depression wirkte. Außerdem unterstützt er mich durch die Gespräche, die er mit mir führt. Heute weiß ich auch, dass ich das Medikament noch eine Zeit lang einnehmen werde, damit kein Rückfall der Erkrankung auftritt."